Medienecho - Ludwig Mathar So reichhaltig und vielseitig das Werk der Eifelschriftsteller ist, so sehr ist es den meisten Lesern heute aus dem Gedächtnis entschwunden. In den Schaufenstern der Buchhandlungen findet man in der Regel ihre Romane und Erzählungen nicht mehr ausgestellt. Vieles war nur noch im Antiquariatshandel zu bekommen. Das neuerwachende Interesse allerdings zeitigt nun doch Neuauflagen und Neuausgaben. Wichtige Werke der Clara Viebig sind wieder im Buchhandel zu bekommen. Kürzlich erschien eine Anthologie aus dem Werk von Jakob Kneip, die Stephan Berning zusammengestellt hat. Im Jubiläums- jahr erschien ein Querschnitt aus dem Lebenswerk von Ludwig Mathar (Weiss-Druck+Verlag Monschau). Schwierigkeiten des Zugangs zum Werk Ludwig Mathars für den heutigen Leser Abgesehen von der äußeren Schwierigkeit, im Buchhandel die Werke des Eifeler Heimatdichters zu  erhalten, gibt es für den heutigen Leser noch ungleich größere Hemmnisse des Zugangs; denn das  Lebenswerk Mathars ist aus gänzlich anderen Voraussetzungen als den heute geltenden entstanden. Im  Gegensatz zu ihm ist unser Verhältnis zu Heimat und Vaterland ein gebrochenes. Uns gehen Worte wie  Heimat oder Vaterland nur schwer über die Lippen. Er aber liebte unbefangen Heimat und Vaterland.  Freilich wird in den letzten Jahren immer wieder Menschen unseres Landes bewußt, daß Heimat zur  Identitätsfindung notwendig ist(1). Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, Menschen,  denen ihre deutsche Herkunft bestritten wurde, die ihr Leben retten konnten, indem sie ihre Heimat  verließen, kommen dennoch nicht von ihr los, im Gegenteil: sie bleiben an die Heimat als das Land  ihrer Herkunft gebunden. Schalom Ben Chorin spricht vom Zweistromland seines Herzens(2). Er meint  damit die Isar und den Jordan: München, die Stadt seiner Kindheit und Jugend, und Jerusalem, die  Stadt, in der er seit Beginn des Dritten Reiches lebt: Das eine ist so wenig verzichtbar wie das andere.  Es sind gerade deutsch-jüdische Emigranten, die die Deutschen darauf aufmerksam machen, daß man  auf Heimat nicht verzichten kann und darf. Wenn es sich auch nicht leugnen läßt, dass Leid und  Schulderfahrung uns die Unbefangenheit der Heimat und dem Vaterland gegenüber geraubt haben, so  sollten wir doch wissen, daß Verletzungen und Verdrängungen nicht ungefährlich sind, daß  Rückbesinnung daher notwendig ist. Hilfreich kann die Begegnung oder Wiederbegegnung durch das  Werk von Ludwig Mathar sein.  Home zurück weiter