Medienecho - Ludwig Mathar Karl Hoeber, Ein rheinischer Epiker Kölnische Volkszeitung 7. Juni 1932 Ein rheinischer Epiker Das kleine Gebiet an der Westgrenze des Deutschen Reiches, das Land, das wir das Hohe Venn heißen, ist  wirtschaftlich nicht besonders bevorzugt, und seine Bevölkerung ringt in rauher Arbeit um ihr kärgliches Brot. Aber in  geistiger Beziehung ist es um so produktiver, und gerade in der Gegenwart sind aus diesem Völkchen in allen Sparten  geistiger Tätigkeit ausgezeichnete Männer hervorgegangen. Aus dem rheinischen Venn stammen Dr. Joseph Vogt, der  erste Bischof des neuerrichteten Bistums Aachen; der bekannte Kulturpolitiker Prälat Dr. Albert Lauscher, M.d.L.,  Professor an der Universität Bonn; der Architekt Hans Hansen in Köln und der Schriftsteller Joseph Ponten. Ihnen reiht  sich an der Roman-dichter und Schriftsteller Ludwig Mathar aus Monschau. Er ist der jüngste in dem Kreise seiner im  öffentlichen Leben wirkenden Landsleute, aber er hat am mei-sten dazu beigetragen, in künstlerischer Form die  wirtschaftlichen und geistig-kulturellen Verhältnisse seiner Heimat allgemein bekannt zu machen. Er ist  verhältnismäßig erst spät mit Erzeugnis-sen seiner frei gestaltenden Muse hervorgetreten, aber darum waren diese um  so mehr ausgereift, hatten mehr Eigen-gepräge und zeugten von dem zielbewuß-ten Schaffen des Autors.  Wenn man den Werdegang Mathars bis zu den Anfängen seiner literarischen Produktion verfolgt, so erkennt man erst,  auf welchem geistigen Boden er steht und aus wie reichen Quellen er in seinen Werken zu schöpfen vermag. Noch  war er Tertianer der Höheren Schule in seinem Geburtstädtchen Monschau, da kam der Abt von St. Paul in Rom, ein  Oheim seiner Mutter, in den Ort, hielt dort in der Au-Kirche ein feierliches Ponti-fikalamt und hinterließ bei alt und jung  durch seine liebenswürdige Persön-lichkeit und sein würdevolles Auftreten einen starken Eindruck; den stärksten bei  seinem Großneffen Ludwig, der sich sogar entschloss, nach Rom zu gehen und hier in dem Benediktinerkloster San  Paolo fuori le Mura seine humanisti schen Studien fortzusetzen. Der Aufenthalt in der Ewigen Stadt war für ihn von  entscheidender Bedeutung. Er er lernte nicht bloß die italienisch Sprache, sondern er weitete auch seine geistigen  Blick. Vergangenheit wurde ihm zur Gegenwart, und mit beiden kam die Ahnung des Ewigen in das junge, unruhige  Herz und gab ihm neue, höhere Idee und Gesetze. Und mehr als einmal sprach er zu sich  Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell hinein   Daß uns werde klein das Kleine  Und das Große groß erscheine.  Die plötzlichen Entschließungen junger Menschen - erst später erkennen sie und die Ihrigen, daß es Führungen und  Fügungen einer höheren Gewalt waren, und werden sich klar bewußt, daß es so gut war.   Mathar kehrte in die Heimat zurück, besuchte die Sekunda des St.-Michaels-Gymnasiumg in Münstereifel und die  Pri-ma des Kaisers-Karls-Gynasiums in Aachen und entschied sich nach wohlbestandenem Abiturientenexamen für  das Studium der neueren Sprachen, Deutsch, Französisch und Englisch. An den Universitäten Freiburg i.Br. waren   Home weiter