Medienecho - Ludwig Mathar Friedrich Kluge, in München Muncker und Grauert, in Bonn Wilmanns, Wendelin Förster und Bülbring die Lehrer, die  auf die wissenschaft-liche Richtung seiner Studien den größ-ten EinfluB ausübten. Darüber hinaus aber erschlossen  sich ihm neue Welten in den beiden Semestern, die er in Lon-don und in Paris als Student zubrachte und wo er  angelsächsisches und franzö-siches Wesen und Geistesleben kennen-lernte. Auch das Jahr, das er nachher als  Einjährig-Freiwilliger in Bonn diente, war für seine Wissenschaft nicht verloren; er promovierte in dieser Zeit in  München bei Franz Muncker mit einer Arbeit über Carlo Goldoni, den größten italienischen Lustspieldichter (+1793).  Und dann ging's in Neuß und in Köln (Kreuzgasse) in die Praxis des Unterrichts, für einen Mann von starkem inneren  Gestaltungsdrang und von künst-lerischem Gefühlsleben keine leichte Aufgabe. Und doch war Mathar seinen Schülern  ein überaus anregender und interessanter Lehrer, der freilich in seinem überschäumenden Eifer, den Schülern sein  Bestes zu vermitteln, seine physischen Kräfte bis zur Erschöpfung verausgabte. Und dazu kamen die inneren  Gesichte und Gestalten, die ihn unaufhörlich zur Formung drängten. Hier brachte der Krieg, den Mathar als Offizier an  der West- und Ostfront unter schwerer Verwundung mitmachte, und die sich häufenden großen Erlebnisse die  endliche Entscheidung. Die innere Krisis kam wie von selbst zur Lösung. Es half dazu aber auch Mathars allzu früh  heim-gegangene edle Gattin, die ihm in Leid und Freud eine treue Weggenossin war und die ihm in seiner  schöpferischen Tätigkeit mit ihrem klugen Rate und ihrem feinen Empfinden fördernd zur Seite stand.  Kaum hatte Mathar die feldgraue Uniform ausgezogen, da begann er auch schon die lange zurückgestaute, frisch-  fröhliche Arbeit. Und er machte sich gleich an die Verwirklichung ganz großer Pläne. Rheinische Lande waren damals  - vielleicht für lange Zeit? so befürchtete man - von den Truppen der ehemaligen Kriegsfeinde besetzt. Fremder Wille  gebot in Stadt und Dorf. Da faßte Mathar den kühnen und doch so zeitgemäßen Gedanken, in einem Werke, das acht  Bände umfassen sollte, die Rheinlande, das schöne, reiche Land am deutschen Strom, die Heimat deutscher Art,  emsigen Fleißes, jahrhundertealter Kunst, und das starke, treue, heitere, rheinische Volk zu schildern. Das Wesen und  die Geschichte, die kulturelle Entwicklung, den  Wechsel und die Fülle dieses Landes und dieses Volkes in plastischer, lebensnaher Art darzustellen. Der Autor wollte dadurch dem rheiniächen Volke seine burgenstolzen Städte, seine  tausendjährige Heimatkultur, seine malerischen Täler und Höhen in der Eifel, im Westerwald, im Hunsr-ück und in der  Romantik des Mittelrheins, auch die Hämmer und Schlote im rheinischen Industriebezirke vor Augen führen und ihnen  dabei stark und stolz zum Bewußtsein bringen, daß Deutschlands Schicksal sich zuerst am Rhein entscheidet. Zwei Bände dieses Werkes sind bisher erschienen-, "Der Niederrhein" und das größere Werk "Die Mosel", beide  Bücher herrliche Denkmäler eines lebensfrohen und heimattreuen Sinnes. Die Ungunst der Zeit gestattete leider  nicht, das vom Verlag J.P. Bachem prächtig ausgestattete Werk Mathars fortzusetzen. Namentlich ist zu bedauern,  daß der Band über Köln, die Metropole des rheinischen Landes, wofür der Verfasser tiefgründige geschichtliche  Studien gemacht hat, nicht erscheinen konnte. Hoffentlich kann der Dichter Mathar uns in dem von ihm geplanten  Roman aus Kölns Geschichte „Des Reiches Braut“, einem groß angelegten Bilde aus der Notzeit des  Dreißigjährigen Krieges, das den Kölner Stadtsyndikus Wissius und den heiligmäßigen Pfarrer in Pesch Jakob   Home zurück weiter