Medienecho - Ludwig Mathar Merlo Hoestius zur Zeit der Belagerung von Deutz durch die Schweden (1632) zum Mittelpunkt hat, manches von   dem sagen, was in dieser Kulturgeschichte über Köln „eyn Croen boven allen steden schoyn“ zu sagen verwehrt  ist. Mathars zweite Heimat ist Italien. Vom Fuße der Alpen bis nach Sizilien und den Höhen des Ätna hat er alle Regionen  der Halbinsel durchwandert und alle Städte und Städtchen besucht. Er kennt Italien, seine Kunst, Literatur und  Geschichte besser, als viele gebildete Italiener es kennen. Dies beweist u.a. sein 1926 bei der Bonner Buchgemeinde  und 1929 in zweiter Auflage im Verlag Benziger u. Co. In Einsiedeln erschienenes Buch „Primavera, Frühlingsfahrten  ins unbekannte Italien“. Wenn Nordländer seit zwei Jahrtausenden immer wieder in Krieg und Frieden in die  hesperischen Gaue zogen, so war und ist das Motiv dieses Wanderns und Reisens in Wahrheit die Sehnsucht nach  Sonne und Farbe, nach wolkenlos blauem Himmel, nach der herrlichen Kunst der Kirchen und Museen; es ist der  Drang, aus der Enge und Regel beruflicher Arbeit einmal herauszukommen und die Zauber des südlichen Frühlings zu  schauen. Mathar läßt uns in diesem schönen Buche den duftigen Abglanz italienischen Landes und Lebens froh  genießen. Der Reichtum und der Wechsel dieser prächtigen Schilderungen laden den Italienfahrer immer aufs neue  zur Lektüre und zum Wiedererleben des Geschauten ein.  Doch wir müssen nun eilen, um Mathars ureigene, schöpferische Tätigkeit zu betrachten. Da steht für immer obenan  sein 1922 zuerst unter dem Titel „Lex Martini“ in der KV gedruckter und dann im Verlag von Kösel und Pustet in  München erschienener Roman „Die Monschäuer“. Damit hat der Autor sich gleich unter den ersten zeitgenössischen  Romandichtern seinen Platz erobert. Mit packender Gestaltungskraft, mit historischer Treue und mit dem Auge des  Landschaftsmalers hat er in diesem Erstlingswerke seiner epi-schen Kunst seine Heimat und seine Landsleute  geschildert. Er hat die "Allerweltsschelme und Weltbummler" durch seinen Roman berühmt gemacht, so weit die  deutsche Zunge klingt, und ihr regellos-schönes, uraltes und putziges Städtchen, seine Gäßchen und Häuser mit den  vorspringenden blauen Schieferleien so anschaulich geschildert, daß der Fremde, der die "Monschäuer" gelesen hat  und auf einer Wanderung in das hübsche Tuchmacherstädtchen an der Rur kommt, sich zwischen all dem Gewirr von  Dächern und Giebeln, von Türmchen und Spitzen gleich auskennt.  Noch andere Werke Mathars bewegen sich auf Monschäuer Boden. Da ist der Schelmen- und Tugendroman "Die  ungleichen Zwillinge", in den manch eigenes Erlebnis des Dichters und seines Bruders hineinverwoben ist. Die Fülle  der Geschehnisse ist hier mit starkem Griff  zusammengehalten und gebändigt, und der lustige Humor des Dichters  feiert heitere Triumphe. - Und der dritte im Bunde dieser in Monschau und im Hohen Venn beheimateten Romane ist  das 1930 bei Kösel und Pustet herausgekommene Werk "Herr Johannes", der Roman eines Priesters. Auch hierin  sprudelt und schäumt die saftige, bildkräftige Sprache Mathars und seine randvolle, heitere Laune, doch ist das Ganze  übertönt von der ernsten, oft düsteren Stimmung der Zeitereignisse, die der Handlung eine Geqenwartfolie geben und  das Werk zu einem Dokument unseres eigenen Erlebens machen, dessen Be-deutung von späteren Geschlechtern   Home zurück weiter