Medienecho - Ludwig Mathar Aber dieser Aufenthalt in Italien hinterließ doch tiefen Eindruck auf den Studiosus, wie in seinen späteren Werken deutlich spürbar. So promovierte er nach Studien von 1902 bis 1908 in München, Paris, London und Bonn mit einem italienischen Thema zum Dr. phil. Er schrieb ein damals viel beachtetes Werk über »Carlo Goldoni und das Deutsche Theater des 18. Jahrhunderts.« Ludwig Mathar strebte das Lehrfach an Höheren Schulen an. 1910 begann er seine Tätigkeit dort, wo er Jahre vorher das Gymnasium besucht hatte, nämlich in Münstereifel. Nach Kriegsende fand er Anstellung in Neuss, wo sich der Beginn seiner schriftstellerischen Karriere abzeichnete, und in Köln. Mathar schrieb bereits in jenen frühen Jahren für Zeitschriften und Tageszeitungen Kurzgeschichten und Gedichte. Nicht zuletzt fand er beim Montjoie'r »Stadt- und Landboten« veröffentlichungsbereite Leute: Seine Tante Josefine Weiß, geborene Mathar, lieh ihrem Liebling nur allzu gerne ein offenes Ohr und Raum für einige hundert Zeilen. Der Krieg unterbrach die nebenberuflich betriebene Schreiberei nicht. Ludwig Mathar nahm als Oberleutnant am Ersten Weltkrieg teil, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und nach schwerer Verwundung an mehreren Kriegsschulen eingesetzt - aber nebenbei schrieb er, vor allem Kurzgeschichten. Ein »Wink des Himmels« war die Versetzung nach Köln im Anschluß an die Demobilisierung. Hier fand der lebhafte, fröhliche, kenntnisreiche Studienrat den rechten Boden für seine Erzählungen und Romane. Nach zahlreichen Einzelaufsätzen, zumeist über historische und humorvolle Ereignisse, brachte er in der »Kölnischen Zeitung« den Roman Lex Martini« unter, der, als »Die Monschäuer« in Buchform erschienen, Mathars Bedeutung als Schriftsteller der rheinischen Lande begründete. Um sich der Schriftstellerei voll widmen zu können, nahm Mathar dankbar das Angebot der Provinzialregierung an, ihn wegen seiner Arbeiten zur rheinischen Kulturgeschichte vom Schuldienst zu beurlauben und vorzeitig zu pensionieren. Damals entstanden die auch heute noch von Fachleuten hochgeschätzten Kunst-Landschaftsbände »Der Niederrhein« und »Die Mosel« - Bücher, die wegen der Fülle ihrer Informationen vor allem in den Nachkriegsjahren über ihre literarische Bedeutung hinaus hohes Ansehen erlangten. Ludwig Mathar schrieb von 1922 bis zu seinem Tode 1958 insgesamt über 40 Erzählungen und historische Arbeiten in Buchform mit einer Gesamtauflage von rund 300000 Exemplaren - und das zu einer Zeit, wo man -nicht über Fernsehsendungen, Rundfunk-Interviews und Buchmessen eine Riesenreklame inszenieren konnte. Home zurück weiter