Medienecho - Ludwig Mathar Sein größter Erfolg war der heute noch hin und wieder in Antiquariat und bei Versteigerungen auftauchende stattliche und reich bebilderte Band »Primavera - Frühlingsfahrt ins unbekannte Italien«, der es auf eine Gesamtauflage von 53 000 Exemplaren brachte. Mathar wohnte in Köln-Lindenthal bis ihm der Bombenkrieg sein Haus zerstörte. Lange Jahre verbrachte er im Pfarrhaus zu Gymnich, doch die letzten Lebensjahre verlebte er in seinem geliebten Monschau, wo er die Bürgerschützen-Vereinigung wieder auferstehen ließ, deren erster Präsident er wurde. Hatte er schon in den 20er Jahren zur Erforschung der Heimatgeschichte viel unternommen - er gehörte zu den Mitbegründern des Geschichtsvereins und den ersten Autoren des »Eremit am Hohen Venn< -, so widmete er sich in seinem letzten Lebensjahrzehnt in ganz besonderer Weise der engeren Heimat. Ihr widmete er zahllose Aufsätze und historische Abhandlungen sowohl in Tageszeitungen wie in Zeitschriften, wie »Der Eremit am Hohen Venn« (Monschau), »Die Eifel« (Düren), »Les amis de la Fagne« (Verviers) und in rheinischen Jahrbüchern. Im Mittelpunkt der frühen Romane Ludwig Mathars steht seine Heimat am Hohen Venn. Mathar war kein »Dichter« im  wörtlichen Sinne: Er erfand keine Geschichten, sondern bediente sich immer eines ganz konkreten Vorganges, um den  sich dann seine Erzählungen rankten. Da war etwa das »Glück der Ölbers< für die Eingeweihten nicht der Roman  irgendeiner Famille, sondern der der Tuchmacherfamilie Scheibler. Und »Die Monschäuer«, die 1922 mit 15000  Exemplaren aufgelegt wurden - das ist auch heute noch sensationell für einen »Heimatroman« -, spielte in Mathars  eigener Familie. So sehr, daß sich Jahrzehnte später ein Literaturhistoriker in Monschau erkundigte, wie die  Verwandtschaft auf die nicht immer günstige Darstellung reagiert habe. Man wußte ihm zu sagen, daß der Stolz über  ein so angesehenes Mitglied der Sippe den Ärger übertrumpft habe   Seine Familien- und Schelmenromane (wer kann sich die Monschäuer seit Mathars Bucherfolgen anders vorstellen  denn als humorvolle und schlagfertige Eifeler?) waren jahrelang Bestseller, auch in den Regalen der Borromäus-  Bibliotheken, wo man sie oft auch heute noch (in der hintersten Reihe) finden kann: »Fünf Junggesellen und ein Kind«,  »Settchens Hut«, »Der arme Philibert«, »Die ungleichen Zwillinge«. Und dann natürlich »Herr Johannes«, der mehrere  Auflagen erlebte und insgesamt auf 31000 verkaufte Exemplare kam! Noch 1935 konnte Mathar von diesem Roman  über den Kalteherberger Pfarrer Arnoldy und seine recht unterschiedlich reagierende Pfarrgemeinde eine   überarbeitete Neuauflage herausbringen.  Home zurück weiter