Medienecho - Ludwig Mathar Wie eingangs erwähnt, war das Hohe Venn Mathars eigentliche Heimat. Er kannte dort jeden Weg und Steg, und als  er nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Monschau und in seinem Haushalt ein Mädchen aus Mützenich lebte,  verblüffte er sie mit seinen Detailkenntnissen über die Vennpfädchen so sehr, daß die Maid ganz erschüttert ausrief:  »Mein Jott, Herr Dokter, sett Ihr och enne Schmuggeler?«  Aber was Ludwig Mathar über »Das Schneiderlein vom Hohen Venn« an mitreißenden Natur- und Folklore-  Stimmungen beschreibt, das hatte er selbst erlebt. Es gibt - auch aus wallonischer Feder - kaum eine treffendere  Beschreibung des Malmedyer Karnevals als die von Ludwig Mathar in diesem Roman - einschließlich der für die  Nachwelt festgehaltenen Liedertexte. »Straße des Schicksals« heißt die Fortsetzung dieses Romans - gemeint ist die  Straße Eupen-Malmedy. Und das romantische Kreuz der Verlobten oben an Baraque Michel hat den Dichter zu dem  Roman »Brautfahrt ins Venn« inspiriert.  Diese drei Venn-Romane, die es immerhin auf 15000 Exemplare brachten und zwischen 1932 und 1935 bei Herder (2)  und Schöningh erschienen, haben nach den Werken von Nanny Lambrecht und Clara Viebig in ganz hohem Maße  dazu beigetragen, dieser Landschaft verständnisvolle Freunde zu gewinnen, deren Augen von Mathar geöffnet worden  waren für die Schönheit dieser stillen, manch anderem allerdings unheilvoll erscheinenden Landschaft. Die Verweisung  aus dem nördlichen Rheinland durch die Besatzer nach dem Ersten Weltkrieg brachte dem Dichter eine  Wiederentdeckung der Mosel, die er seit Kindheitstagen kannte: Der Ehemann seiner eingangs erwähnten Tante  Josefine, Peter Weiß, kam aus Zell an der Mosel - übrigens nicht direkt nach Monschau, sondern über St. Vith. Er  hatte die Buchdrukkerkunst bei seinen Verwandten Doepgen in St. Vith erlernt und von hier aus in Monschau Fuß  gefaßt. An der Mosel schrieb Mathar 1925 die anekdotische Novelle »Wir Drei« und unter dem Sammeltitel »Ein voller Herbst«  Moselgeschichten aus drei Jahrhunderten. Auch der Roman »Unter der Geißel« spielt an der Mosel und wurde 1924  mit 15 000 Exemplaren aufgelegt.  Es würde zu weit führen, die Werke des Monschauer Dichters alle aufzuzählen. Erinnert sei an das weite Feld der  Geschichte, das er beackerte: Novellen aus der Kölner und aus der Neusser Historie, Romane über den Prinzen  Eugen, über den Maler Leibl, über den Stammvater der Familie Churchill, über den ersten Kölner Dombaumeister  Gerhard, über die Stauffer auf Sardinien. Manche dieser Werke sind unmittelbar vor, nach oder auch während der  Auslieferung im letzten Krieg den Bomben zum Opfer gefallen, andere liegen noch ungedruckt als Manuskript vor.  Home zurück weiter